1. Mannschaft – Boykott gegen Blau-Weiß Grana

Heute wäre es soweit gewesen. Unsere Mannschaft sollte in Grana in der zweiten Runde des Burgenlandpokals spielen. Wir als Mannschaft geben mit der vollen Unterstützung des gesamten Vereins hiermit unsere Entscheidung bekannt, in diesem Spiel nicht anzutreten.

Wir fühlen uns durch die Diskussion mit Vertretern anderer Mannschaften unserer Spielklasse mehr als bestätigt und betonen, dass vereinsintern fast alle einheitlich einem Boykott des Spiels in Grana positiv gegenüberstanden. Wir bedauern es natürlich, unsere junge, hungrige Mannschaft nicht in Grana auf das Feld schicken zu können, doch die Gründe, das Spiel zu boykottierenüberwiegen einfach zu stark.

Für uns ist mit den vergangenen Auftritten Blau-Weiß Granas eine Grenze überschritten worden, die wir in vielerlei Hinsicht nicht mehr akzeptieren können. Wir wissen mittlerweile von mindestens vier schwerwiegenden Verletzungen, die Folge des Aufeinandertreffens mit Grana waren und augenscheinlich bewusst provoziert wurden. Scheinbar wurden diese Verletzungen durch ein und denselben Spieler verursacht, der bereits im Rückspiel der vergangenen Spielzeit gegen uns vom Platz flog. Die Aktion damals war jenseits von Gut und Böse und dem Verdacht der Körperverletzung sehr viel näher als dem des Foulspiels.

Wir sehen uns genötigt die Schlimmste aller Kreisliga Phrasen zu dreschen. „Wir müssen am Montag alle wieder auf Arbeit!“

Bei aller zwingend zum Fußball gehörenden Härte ist es für uns keinesfalls hinnehmbar, dass Spieler absichtlich verletzt werden. Die jüngsten Ereignisse offenbaren jedoch genau das!

Wir möchten hiermit genau so entschieden dem Verdacht widersprechen, die Entscheidung hätte einen xenophobischen Hintergrund. Wir haben uns in der Vergangenheit immer wieder für die Vielfalt der Gesellschaft, der Sprachen, Kulturenund Lebensweisen eingesetzt. Wir achten und fördern diese Vielfalt auf und abseits des Platzes und dulden keine Diskriminierungen, Belästigungen oder Beleidigungen, sei es aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft,Hautfarbe, Religion, Alter, Behinderung oder sexueller Orientierung. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass unsere Entscheidung ausschließlich Folge des Diskurses mit Vertretern anderer betroffener Vereine war.

Wir sind an einem offenen Diskurs interessiert und wollen den harten aber fairen Wettbewerbsbetrieb unter allen Umständen wiederherstellen. 

*Richtigstellung: 

Aus gegebenem Anlass möchten wir mitteilen, dass wir das Beitragsbild dieser Stellungnahme geändert haben. Wir standen unter dem Vorwurf, mit dem vorherigen Bild ausdrücken zu wollen, dass Spieler mit einer anderen Hautfarbe nicht am Spielbetrieb teilnehmen sollen! An dieser Stelle sei ausdrücklich vermerkt, dass dies selbstverständlich nicht unsere Intention war. Dieser Vorwurf konterkariert all unsere Werte und Aussagen, die wir wiederholt zu dieser Thematik veröffentlich haben, nicht zuletzt der Stellungnahme selbst.

Doch auch inhaltlich können wir diesen Vorwurf nicht nachvollziehen. Es handelte sich schlicht um ein Piktogramm, welches in fast allen Fällen in monochromen Schwarz gehalten ist. 

Der tatsächliche Vorwurf, den man berechtigterweise anbringen könnte, basiert auf urheberrechtlicher Grundlage, denn das Bild entstammt folgendem Artikel, der bei der Google Suche “Fußball Boykott” zuallererst auftaucht. Diese Rechte haben wir nicht angegeben. 

https://www.suedkurier.de/ueberregional/sport/Boykott-als-letztes-Mittel-Fussball-WM-in-Russland-wird-zum-Streitfall;art410965,9664702

So viel sei hierbei zu unserem inhaltlichen Widerspruch gesagt. Nichtsdestotrotz kann es jedoch vorkommen, dass die Gegenseite von einem Vorgang gekränkt wird, auch wenn man sich dies argumentativ nicht erklären kann. Aus diesem Grund haben wir unser Beitragsbild nun geändert. 

Erstellt am 7. September 2019
Autor: Christoph Rother