Fußball – Pokalsieg gegen NBC

Nach kräftezehrenden 120 Spielminuten lag ein jubelndes Tröglitzer Spielerknäuel im Strafraum, überschäumendes Glück ob des schwer erkämpften Sieges. Der Kreisliga-Vertreter TSV Tröglitz hat das Landesklasse-Team vom Naumburger BC am Samstag im Kreispokal-Viertelfinale im Elfmeterschießen besiegt. NBC-Trainer Töpfer nach dem Spiel sportlich-fair: „Obwohl wir das Spiel weitgehend bestimmt haben, konnten wir das nicht in Zählbares ummünzen. Glückwunsch an den Sieger.“ Ein euphorisierter Udo Höntsch: „Meine Mannschaft ist über sich selbst hinausgewachsen. Ich bin einfach überwältigt vom Kampfgeist meiner Jungs.“NBC-Trainer Ulf Töpfer muss das Unheil wohl schon geahnt haben, als er vor dem Spiel sagte: „Ich schätze die Chancen fifty-fifty. Gegen unterklassige Gegner haben wir immer Schwierigkeiten. Das wird ein schweres Spiel.“

TSV-Coach Udo Höntsch gab sich vorsichtig optimistisch: „Wir gehen die ersten 30 Minuten vorsichtig an, schauen dann, wie sich die Spielanteile entwickeln.“ Glücklicherweise – aus Tröglitzer Sicht – hielten sich seine Jungs nicht an die Anweisung. Bereits nach neun Minuten klingelte es im Gästetor. Nachdem Naumburg von Beginn an zu zeigen schien, wer der Chef im Ring ist, schlug ein satter Flachschuss in Strafraumnähe, abgezogen von Clemens Schubert, links unten im Naumburger Gehäuse ein. Schubert rechtfertigte damit schon seinen Einsatz als Sechser, da der etatmäßige Sechser nicht spielte.

Danach entwickelte sich keine schöne, aber eine vom kämpferischen Einsatz geprägte Partie. Sieben Gelbe Karten insgesamt verteilte der Unparteiische Rüdiger Franke, der mit seinen Assistenten nicht immer den sichersten Eindruck machte und die eine oder andere zweifelhafte Entscheidung traf. Gut und gerne hätten es auch ein oder zwei Rote sein können.

Eine gute Gelegenheit ergab sich für den NBC in der 35. Minute. Carsten Pieper prüfte den TSV-Keeper Stephan Zenker mit einem harten Schuss aus etwa 18 Meter, so hart, dass Zenker prallen lassen musste. Dann die Riesenchance für die Gäste, das Spiel zu kippen.

Kai Eckardt wurde im Strafraum gelegt, Franke zögerte keinen Moment und zeigte auf den Punkt. In großer Manier hielt Zenker den fälligen Elfmeter und damit die Hoffnungen der Gastgeber (50.). Eine Riesenchance, mit dem 2:0 eine Vorentscheidung zu fällen, verpasste dann Ralf Bunzel. Resultierend aus einem NBC-Fehlpass stand er ziemlich frei Richtung gegnerisches Tor, tändelte dann jedoch zu lange, so dass zwei Naumburger Abwehrspieler seine Kreise stören konnten. Tapfer wehrten sich die Gastgeber gegen die spielerisch überlegenen Saalestädter bis zur 84. Minute. Dann schlug Daniel Söll zum Entsetzen der Tröglitzer und zum unbeschreiblichen Jubel der Naumburger zu. Sein Sonntagsschuss von rechts senkte sich über den machtlosen Zenker ins Netz zum 1:1.

Mit diesem Ergebnis ging es mit schweren Beinen in die Verlängerung, in der Scharmützel zwischen den Spielern das Geschehen prägten, die der Schiedsrichter aber weitestgehend großzügig übersah. Held des Tages war symptomatisch für die Einstellung der Mannschaft. Sebastian Fleischer hatte bereits im Vorspiel der TSV-Reserve 90 Minuten in den Beinen und bestritt einen Großteil des Pokalspiels auch noch mit. „Ich war ein halbes Jahr verletzt und habe heute erstmals wieder am Spielbetrieb teilgenommen. Eigentlich sollte ich erst – vorausgesetzt wir überstehen die Verlängerung – in den letzten Minuten eingewechselt werden, um als Elfmeterschütze zur Verfügung zu stehen.“ Der Spielverlauf wollte es so, dass er bereits nach 20 Minuten eingewechselt und somit bis kurz vor der totalen Erschöpfung in Minute 111 ausgewechselt wurde, 181 Minuten alles für seinen Verein getan hat. Beim Elfmeterschießen konnt Fleischer daher nur zuschauen. Jubeln konnte er aber trotzdem. Seine Mannschaft konnte den Krimi nicht unverdient für sich entscheiden.

Bessere Nerven

Beiden Teamswar anzumerken, dass sie buchstäblich auf der „letzten Rille“ spielten. Nach 120 Minuten war dann Schluss. Die besseren Nerven entschieden für die Gastgeber aus Tröglitz, nachdem Naumburg zwei Strafstöße verschossen hatte. Somit endete das Spiel 5:3 nach Elfmeterschießen für Tröglitz. „Wir freuen uns auf das Spiel im Halbfinale. Das hat sich die Mannschaft auch redlich verdient.“ Darüber freute sich der Tröglitzer Trainer Udo Höntsch nach dramatischem Elfmeterschießen.ÖNE

(Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 30.03.2015)

MZ Naumburg

TSV Tröglitz – Naumburger BC 1:1 n.V, 5:3 n.E. (1:0/1:1). Nachdem der gastgebende Kreisligist durch Clemens Schubert (9.) frühzeitig in Führung gegangen war, entwickelte sich eine einseitige Partie. Von einem „Spiel auf ein Tor“, sprach NBC-Coach Ulf Töpfer, dessen Team es in der folgenden regulären Spielzeit nicht schaffte, mehr als ein Tor zu schießen und somit bei den unterklassigen Tröglitzern in die Verlängerung musste. Den Treffer für die Gäste erzielte Daniel Söll (84.) per Fernschuss. „Die Tröglitzer haben ausschließlich verteidigt, und was auf ihr Tor kam, hat ihr Keeper gut gehalten, so auch einen Strafstoß von Patrick Hausmann“, fand Töpfer weitere Worte. Im Elfmeterschießen war den Domstädtern dann das Glück nicht hold. Einzig Daniel Söll und Thomas Petzold konnten den Ball im TSV-Tor unterbringen. Stefan Gulevicz und Clemens Neumann waren die Unglücksraben; bei ihren Versuchen ging der Ball ans Aluminium beziehungsweise über das Tor.

Erstellt am 28. April 2015
Autor: Christoph Rother